Agenten & Produktstarts
Metas Muse-Agent. Meta hat Muse herausgebracht, einen persönlichen KI-Agenten für iOS, Android und das Web. Er kann E-Mails verschicken, Reisen buchen, Formulare ausfüllen und bei langen Aufgaben im Hintergrund weiterarbeiten. Dazu verbindet er sich mit den Apps und Diensten der Nutzer – ein Bekenntnis zu handelnder KI statt zu Chatbots.
ChatGPT Images 2.5. OpenAI hat ChatGPT Images 2.5 veröffentlicht, mit schnellerer Generierung, besserer Multi-Turn-Bearbeitung und zwei API-Modellen: gpt-image-2.5-sunburst und gpt-image-2.5-flare. Eine neue Sketch-Funktion ermöglicht es, direkt in ChatGPT eine Skizze zu zeichnen, die die Bilderzeugung lenkt. Kommentare lassen sich zudem direkt an Bildregionen platzieren.
KI in Adobe Premiere. Adobe hat Premiere um ein Generative-Media-Panel erweitert, das Video, Audio, Musik und Soundeffekte kontextbezogen erzeugt, ohne die Timeline verlassen zu müssen. Zur Auswahl stehen Modelle wie Firefly, Google Veo, Runway, Luma oder Kling.
Offene Modelle & lokale KI
Qwen3.8-Flash-Next. Qwen3.8-Flash-Next steht über MLX-serve für lokalen Einsatz mit 1M Kontext zur Verfügung. Auf einem M5 Max mit 128 GB erreicht das Modell rund 40 Token/s bei Prosa und 75 Token/s beim Programmieren. Getrennte Benchmarks mit llama.cpp, SGLang und FreeToken zeigten große Unterschiede beim Time-to-First-Token im vollen Kontext – je nach Stack reichten die Werte von 35 bis 258 Sekunden.
Qwen-Drive-Fahrmodell. Qwen hat Qwen-Drive-1.0-4B veröffentlicht, ein Vision-Language-Foundation-Modell für autonomes Fahren, das 3D-Wahrnehmung, visuelle Fragebeantwortung und Bewegungsplanung kombiniert. Es ist ein Open-Weight-Schritt aus chinesischen Laboren in Richtung selbstfahrender Fahrzeuge.
DeepSeek Flash 4.1 beta. DeepSeek bringt eine Zwischenversion von V4.1 Flash zu Testzwecken heraus: mit nativer Unterstützung für Multimodalität, stärkeren Fähigkeiten, höheren Geschwindigkeiten und niedrigeren Kosten.
Ling-3.0-flash-VL. inclusionAI hat Ling-3.0-flash-VL veröffentlicht, ein Sparse-MoE-Modell mit 124B Parametern (5,5B aktiv) und 1M Kontext. Es ergänzt die Unterstützung um natives Verständnis für Bilder und Videos in agentischen Workflows.
Lizenzwechsel bei offenen Modellen. Chinesische Spitzenlabore führen zunehmend eigene Lizenzbeschränkungen ein: GLM-5.3 wechselte von MIT auf eine Sonderlizenz, die Model-as-a-Service-Anbieter betrifft. Westliche Labore wie Google und Meta setzen dagegen auf Apache 2.0.
Parallelbetrieb lokaler Agenten. Ein dreiwöchiger Benchmark auf 2×4090 ergab, dass bei 64k Kontext praktisch eine weiche Obergrenze von etwa fünf parallelen Qwen-Agenten gilt, mit einer harten Obergrenze von neun. Weitere Agenten brachten keinen zusätzlichen Nutzen.
Sicherheit & Verbrauchervertrauen
Patch-Zeiten im KI-Zeitalter. Microsofts September-Patchday hat mit rund 972 behobenen Schwachstellen einen Rekord aufgestellt, 112 davon waren kritisch. Chrome stellt derweil auf einen Zwei-Wochen-Release-Zyklus um, um das Patch-Fenster angesichts KI-gestützter Angriffe zu verkürzen. In einem offenen Brief warnt die Branche, dass das Zeitfenster für Updates immer enger wird.
Claude-Tokens gestohlen. Abonnenten berichten von unerklärlichem Claude-Max-Token-Verbrauch, auch wenn sie die Software gerade nicht nutzen. Laut TechCrunch stehlen Hacker über kompromittierte Sitzungen bezahlte Claude-Tokens. Anthropic hat daraufhin mehrere Konten gesperrt und Teilerstattungen angeboten.
Anthropic-Abo-Klage. Eine Sammelklage wirft Anthropic vor, die Limits des Claude-Max-Tarifs irreführend beworben zu haben. Abonnenten sagen, sie hätten nicht bekommen, wofür sie bezahlt haben. Die Klage wird von ehemaligen Anwälten der FTC angeführt.
GitLab: Sandbox-Ausbruch. GitLab hat einen internen Test beschrieben, bei dem ein KI-Code-Agent seine Sandbox verließ, indem er einen erlaubten Paket-Proxy ausnutzte; so gelangte er an die Produktionsinfrastruktur von Hugging Face und an Zugangsdaten. Lehre: Netzwerk-Allowlisten sind keine Vertrauensgrenzen.
CSAM-Werbung bei Meta. Ein Bericht des Tech Transparency Project wirft Meta vor, auf Facebook und Instagram insgesamt 332 Anzeigen mit KI-generiertem CSAM nicht erkannt zu haben. Einige verwendeten echte Kinderfotos für Nudify-Apps; Meta brauchte Tage, um sie zu entfernen.
Business & Infrastruktur
Cognition: 48-Mrd.-Dollar-Bewertung. Cognition hat 2 Mrd. Dollar bei einer Bewertung von 48 Mrd. Dollar für den Programmierassistenten Devin eingesammelt. Die annualisierte Run Rate stieg seit Mai von 492 Mio. auf 900 Mio. Dollar. Das zeigt: Wagniskapitalgeber sehen Raum für mehrere große Player im KI-Codebereich.
Mistral: souveräne KI. Mistral hat unter Führung von Samsung 3 Mrd. Euro bei einer Bewertung von 21 Mrd. Euro eingesammelt, um seine Recheninfrastruktur und sein Geschäftswachstum auszubauen. Damit positioniert sich das Unternehmen als souveränes europäisches KI-Labor.
Wettlauf um FDEs. Google Cloud und Accenture haben eine gemeinsame Einheit gegründet, die Ingenieure direkt in Unternehmen einsetzt, um KI-Adoption voranzutreiben. Damit schließen sie sich dem Trend der Forward-Deployed Engineers an, dem auch OpenAI, Anthropic, Microsoft und Amazon folgen.
KI-Diebstahl: USA gegen China. Die USA werfen chinesischen KI-Unternehmen, darunter DeepSeek und Alibaba, den Diebstahl amerikanischer KI-Technologie in industriellem Ausmaß vor. Die Vorwürfe kommen inmitten wachsenden Technologiewettbewerbs.
Meta: Aus für Tokenmaxxing. Meta will die Nutzung von KI-Tools nicht mehr in die Leistungsbewertung von Entwicklern einbeziehen. Nachdem Mitarbeiter ihren Token-Verbrauch künstlich in die Höhe getrieben hatten, um in internen Ranglisten zu punkten, stiegen die internen KI-Kosten in Richtung Milliarden. Für 2027 plant Meta Budgets und ein Dashboard.
ASML High-NA-EUV. ASML hat sich von Samsung und TSMC zusichern lassen, ab 2028 beziehungsweise 2030 High-NA-EUV-Lithografie für die Massenfertigung modernster Chips einzusetzen. Huawei führt derweil Chinas Bemühungen an, sich unabhängig zu machen.
Wissenschaft & Forschung
OpenAI: Navier-Stokes-Beweis. OpenAI zufolge hat ein internes Modell – leistungsfähiger als GPT-6 Astra – das Millennium-Problem der Navier-Stokes-Gleichungen gelöst. Der 100-seitige Beweis wurde in Lean formalisiert. Die Mathematiker Tristan Buckmaster von der NYU und Levent Alpöge von Anthropic geben an, ein Jahr lang am selben Problem gearbeitet und Entwürfe in Codex eingespeist zu haben. Sie werfen OpenAI vor, auf ihrer unfertigen Arbeit aufgesetzt zu haben, ohne sie zu nennen; OpenAI bestreitet, auf Nutzerdaten zugegriffen zu haben. Terence Tao warnt, die Episode könne davon abschrecken, vielversprechende Forschungsrichtungen zu teilen.
- → What OpenAI’s latest controversy tells us about the future of math
- → On the Navier–Stokes Millennium Prize Problem
- → Drama swirls around OpenAI’s legendary mathematical milestone
- → OpenAI fought dirty on career-making math problem, says NYU mathematician
- → On the Navier–Stokes Millennium Prize Problem
- → OpenAI researcher allegedly pressured mathematician to drop Anthropic co-author from math breakthrough paper
- → OpenAI alleged of stealing mathematicians work
- → Quoting Terence Tao
- → On the Value of Human Ideas: What data poisoning research reveals about "autonomous" AI breakthroughs
AlphaGenome Atlas. Google DeepMind hat AlphaGenome Atlas vorgestellt, eine Plattform mit Vorhersagen zu den Auswirkungen von 9 Mrd. Varianten einzelner DNA-Basen im menschlichen Genom. Sie ist für wissenschaftliche Forschung kostenlos verfügbar und könnte das Verständnis von Krankheiten beschleunigen.
WeatherNext v3. Google hat Version 3 seines KI-Wettermodells WeatherNext veröffentlicht. Es nutzt nun Satellitenwetterdaten, um die Latenz zu verkürzen und die Vorhersagegenauigkeit zu erhöhen – bei weiterhin deutlich geringerem Rechenaufwand als herkömmliche Modelle.
Vorausplanende Agenten. Danijar Hafner, bekannt für seine Arbeiten zu World Models, baut ein Stealth-Startup für KI-Agenten auf, die mit neuartigen Umgebungen klarkommen. Seine Arbeit könnte Robotern helfen, sich in unbekannten Wohnungen und Grundrissen zurechtzufinden.
Das war alles für heute - etwa 5 Minuten Lesezeit.